{"id":25013,"date":"2022-08-03T11:13:56","date_gmt":"2022-08-03T11:13:56","guid":{"rendered":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/?page_id=25013"},"modified":"2022-09-05T12:10:25","modified_gmt":"2022-09-05T12:10:25","slug":"die-nordstadt","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/?page_id=25013","title":{"rendered":"Die Nordstadt"},"content":{"rendered":"\n\n\n[et_pb_section fb_built=&#8220;1&#8243; _builder_version=&#8220;4.17.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; background_color=&#8220;#FFFFFF&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_row _builder_version=&#8220;4.17.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; width=&#8220;100%&#8220; max_width=&#8220;1002px&#8220; module_alignment=&#8220;center&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_column type=&#8220;4_4&#8243; _builder_version=&#8220;4.17.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.17.6&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;||||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#FFFFFF&#8220; text_font_size=&#8220;17px&#8220; header_font=&#8220;Oswald|700|||||||&#8220; header_text_align=&#8220;center&#8220; header_text_color=&#8220;#FFFFFF&#8220; header_font_size=&#8220;44px&#8220; background_color=&#8220;#12876F&#8220; custom_margin=&#8220;0px||||false|false&#8220; custom_padding=&#8220;5px|5px|5px|8px|false|false&#8220; global_colors_info=&#8220;{}&#8220;]<h1>Die Nordstadt: von der Bauernsiedlung bis zur gr\u00f6\u00dften<\/h1>\n<h1>Schraubenfabrik Deutschlands.<\/h1>[\/et_pb_text][et_pb_text _builder_version=&#8220;4.18.0&#8243; _module_preset=&#8220;default&#8220; text_font=&#8220;Source Sans Pro||||||||&#8220; text_text_color=&#8220;#000000&#8243; custom_margin=&#8220;|5px||5px|false|false&#8220; custom_padding=&#8220;0px|||0px|false|false&#8220; hover_enabled=&#8220;0&#8243; global_colors_info=&#8220;{}&#8220; sticky_enabled=&#8220;0&#8243;]<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der \u201calte Vater Rhein\u201d: Heute liegt er unver\u00e4nderlich in seinem festgef\u00fcgten Bett. Doch fr\u00fcher hatte er die Angewohnheit, seinen Lauf des \u00f6fteren zu wechseln: Der jetzige Bereich Furth, Weissenberg und Vogelsang lag im Mittelalter in der N\u00e4he des Stromufers. Kleine Fl\u00fcsse und B\u00e4che str\u00f6mten den Seitenarmen zu; in diesen Gebieten entstanden Ackerg\u00fcter wie Broichhof, Geulenhof, Flachshof, Buscherhof, Schroershof, Lauvenburg.<\/strong><\/p>\n<p>Als Mittelpunkte dieser zerstreut liegenden Bauernschaften und Einzelh\u00f6fe bildeten sich zun\u00e4chst die lockeren Ansiedlungen Neusserfurth, Weyhe und Weissenberg heraus. Schon hier zeigt sich, da\u00df von der \u201cNordstadt\u201d strenggenommen erst seit der Neugliederung 1913 geredet werden kann \u2013 denn die genannten Siedlungskerne geh\u00f6rten zur Gemeinde Kaarst (Neusserfurth mit Buschhausen), zu B\u00fcderich (Weissenberg) und zu Neuss (Weyhe). Und schon vor mehr als 700 Jahren gab es Streit unter den Dreien um die Nutzungsrechte der ausgedehnten Wald-, Heide-, und Sumpfgebiete dort \u2013 so belegen es Urkunden von 1248.<\/p>\n<p>Drei Ursachen trugen wesentlich zur weiteren Entfaltung dieses Areals bei: Die alte r\u00f6mische Limesstrasse f\u00fchrte von Neuss kommend schnurgerade auf die Furth zu. Sie gabelte sich dort (heute: Ecke Viersener Stra\u00dfe\/Kaarster Stra\u00dfe); der n\u00f6rdliche Zweig lief nord\u00f6stlich an Kaarst vorbei in Richtung Kempen und weiter nach den Niederlanden. Er hatte als Handelsweg gro\u00dfe Bedeutung. Der s\u00fcdliche Zweig war die \u201cgeldrische Landstra\u00dfe\u201d, welche \u00fcber Willich nach Geldern f\u00fchrte. Zweitens leistete die uralte Further Herberge Schwan einen Beitrag zur Entwicklung des Siedlungsgebietes; ; drittens spielte die dortige Zollnebenstelle eine Rolle, denn an der alten Limesstra\u00dfe betrieben die Neusser seit Mitte des 15. Jahrhunderts im \u201eSchwan\u201c eine Hebestelle f\u00fcr den Landzoll. (Die Haupthebestelle f\u00fcr diesen Landzoll lag von 1200 an auf dem Neusser Markt. Der Landzoll war ein Durchgangszoll, und seine Bedeutung war besonders gro\u00df, da er in Geld und nicht \u2013 wie zu dieser Zeit sonst \u00fcblich \u2013 in Naturalien bezahlt werden musste. F\u00fcr die \u00dcbernahme dieses landesherrlichen Privilegs musste Neuss im Gegenzug die Stra\u00dfen und Br\u00fccken instand halten sowie die Sicherheit der Reisenden garantieren.) Die Zollnebenstelle auf der Furth wurde bis 1793 betrieben.<\/p>\n<p>Man wollte n\u00e4mlich verhindern, da\u00df findige H\u00e4ndler die Hauptzollstelle umfuhren, um sich so vor dem Obolus zu dr\u00fccken. Unter der Belagerung der Stadt Neuss durch Herzog Karl den K\u00fchnen 1474\/1475 hatten vor allem die Gebiete n\u00f6dlich von Neuss zu leiden:<br \/>Die S\u00f6ldner raubten, brandschatzten und mi\u00dfhandelten alle Menschen, die nicht in die W\u00e4lder und B\u00fcsche geflohen waren. Die ganze Gegend wurde in diesen elf Monaten Belagerung verw\u00fcstet und die Bewohner mu\u00dften Kriegsdienste und Abgaben leisten. Zu allem \u00dcberflu\u00df lagerten an der Nordseite von Neuss noch 3000 Lombarden die das Landvolk ebenfalls nicht schonten. Die Lage Weissenbergs an der alten Limesstra\u00dfe sollte sich nun als Nachteil erweisen, weil die Stra\u00dfe milit\u00e4risch von Bedeutung und entsprechend von den pl\u00fcndernden Kriegsparteien frequentiert wurde. Im s.g. K\u00f6lner oder Truchsessischen Krieg brach 1582 f\u00fcr den Neusser Norden eine noch schwerere Leidenszeit an. Denn dieser Krieg spielte sich zum gro\u00dfen Teil auf dem Gebiet des heutigen Kreises Neuss ab und bestand im wesentlichen in der Pl\u00fcnderung und Verw\u00fcstung der wehrlosen D\u00f6rfer.<\/p>\n<p>Kaarst und die Neusserfurth wurden besonders schwer mitgenommen. Dies geht aus Zeugnissen hervor, die von unbebauten, unverpachteten und brachliegenden Feldern sowie von zerst\u00f6rten H\u00e4usern berichten.<\/p>\n<p>So schrieb der Herr von Liedberg (zu dem auch Kaarst geh\u00f6rte) 1585 an den K\u00f6lner Erzbischof: \u201dAlles ist verderbt, verjagt, verstorben, umgekommen; die D\u00f6rfer sind verlassen, Land und G\u00fcter unbebaut, \u00f6d und w\u00fcst.\u201d Der Wiederaufbau begann langsam, doch w\u00e4hrend des Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieges, 1618 bis 1648, wurde das gerade aufgekeimte Pfl\u00e4nzchen der florierenden Wirtschaft erneut zertreten. Und als Anfang Oktober 1794 die Franzosen bis zum Rhein vordrangen, waren die Bewohner der D\u00f6rfer und H\u00f6fe erneut die Leidtragenden der Besatzung. Alle beweglichen Gegenst\u00e4nde, Frucht und Vieh, nahmen die Besatzer mit Gewalt weg. \u201cDer eine oder andere von den B\u00fcrgern wurde gehauen oder gestochen; vor Angst und Schrecken verbargen sich manche Burb\u00e4nner in Hecken und Str\u00e4uchern\u201d, hei\u00dft es in den Aufzeichnungen eines Neusser Zeitgenossens. Die Unsicherheiten der Kriegszeiten und der wirtschaftlichen Krise trugen auch dazu bei, da\u00df sich R\u00e4uberbanden bildeteten, die das Leben der Landbev\u00f6lkerung zus\u00e4tzlich erschwerten &#8211; so z.B. die Bande des ber\u00fchmt-ber\u00fcchtigten Fetzers, der sein Hauptquartier mehr als zwei Jahre auf der Neusserfurth aufgeschlagen hatte.<\/p>\n<p>Als das Heer Napoleons in der V\u00f6lkerschlacht bei Leipzig im Oktober 1813 vernichtend geschlagen wurde, deutete sich auch f\u00fcr den Neusser Norden das Ende der franz\u00f6sischen Besatzungszeit an.<\/p>\n<p>Die verb\u00fcndeten Preu\u00dfen, \u00d6sterreicher und Russen dr\u00e4ngten die Reste des einst glorreichen napoleonischen Heeres schnell zur\u00fcck, und im Juni 1814 erwies der russische Zar Alexander der Furth und der Stadt Neuss die Ehre seines Besuches. Nach der Niederlage Napoleons f\u00e4llten die Siegerm\u00e4chte folgenreiche Entscheidungen, welche die politischen und territorialen Grundlagen Europas f\u00fcr das 19. Jahrhundert festlegten. Die in Besitz genommenen Gebiete wurden politisch neu eingeteilt in Provinzen, Bezirke und Keise. F\u00fcr den Neusser Norden waren die \u00c4nderungen marginal: Es existierten nach der Neuregelung immer noch drei politische Gemeinden: Die B\u00fcrgermeisterreien Kaarst, B\u00fcderich und Neuss bildeten unter dem Vorsitz eines Landrates mit zw\u00f6lf weiteren B\u00fcrgermeistereien den Kreis Neuss, und zwar innerhalb des Regierungsbezirkes D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>Neusserfurth und Buschhausen blieben weiterhin Ortschaften von Kaarst und das Haus Vogelsang wurde fortan auch zum Kaarster Gebiet gez\u00e4hlt. An der Zuordnung von B\u00fcderich-Weissenberg \u00e4nderte sich ebenfalls nichts und der Grenzverlauf des Neusser Burgbanns blieb von der Neuordnung auch unber\u00fchrt. In den Kaarster Ortschaften Neusserfuth, Buschhausen und Vogelsang wurden bei der preu\u00dfischen Volksz\u00e4hlung von 1816 insgesamt 177 Einwohner registriert, und die Einwohnerzahl von Weissenberg betrug zur gleichen Zeit 162. Es ist also durchaus anzunehmen, da\u00df zu Beginn der pre\u00dfischen Zeit die Bev\u00f6lkerung des Neusser Nordens \u2013 selbst wenn man die Einwohnerzahl des n\u00f6rdlichen Burgbannes wegen der dichter besiedelten Ortschaften Weyhe und Neusserbroich ziemlich hoch einsch\u00e4tzt \u2013 500 kaum \u00fcberstiegen haben d\u00fcrfte. Erst nach Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich das Bild der locker besiedelten und rein landwirtschaftlich orientierten Ortschaften des Neusser Nordens ge\u00e4ndert. Dieser Wandel war eng mit der Entwicklung der Stadt Neuss verkn\u00fcpft. Zu der einsetzenden Stadterweiterung trug als erstes der noch im Jahr 1804 begonnene Abbruch der mittelalterlichen Stadtbefestigungsanlage bei.<\/p>\n<p>Schon w\u00e4hrend der Franzosenzeit waren gro\u00dfe Teile des Niedertores abgebrochen worden, weil von der Stadt in Richtung Neusserfurth eine breite Strasse angelegt werden sollte. Die eigentlichen Motoren der Stadterweiterung sollten aber der Bahnhof und der Hafen werden.<\/p>\n<p>Die Eisenbahndirektion errichtete 1854 zun\u00e4chst ein provisorisches Stationsgeb\u00e4ude etwas n\u00f6rdlich von dem damaligen katholischen Friedhof (heute Marienkirche); im Laufe der Jahre entwickelte sich Neuss zu einem Eisenbahnknotenpunkt, und durch die n\u00f6rdliche Lage des Bahnhofes verschob sich das wirtschaftliche Zentrum vom Obertor \u00fcber das ehemalige Niedertor hinaus \u2013 und damit in das Gebiet der heutigen Nordstadt. 1881\/82 kam es zu umfangreichen Vertiefungs- und Verbreiterungsarbeiten am Erftkanal, weil die immer gr\u00f6\u00dfer werdenden Dampfschiffe die Stadt nicht mehr erreichen konnten \u2013 vor allem nicht bei Niedrigwasser. Im Laufe der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung wurden dann vier paralell zum Erftkanal verlaufende und mit ihm verbundene Hafenbecken angelegt. der Ausbau des Hafens und die damit einhergehenden Industrieansiedlungen sind die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entstehung des Barbaraviertels. Bis um die Jahrhunderwende wurde dieses Gebiet haupts\u00e4chlich als Ackerland genutzt.<\/p>\n<p>Einzig das Leprosenhaus (erstmals 1346 schriftlich erw\u00e4hnt) und die Barbarakapelle waren bis dahin dort von Bedeutung. Firmen lie\u00dfen sich nieder und schufen f\u00fcr ihre Arbeiter und Angestellten Wohnraum in der N\u00e4he ihres Arbeitsplatzes: am Hafen.<\/p>\n<p>Die &#8222;Dampf-Sauerkrautfabrik-Sand&#8220; in Vogelsang war 1925 mit 48 Besch\u00e4ftigten der gr\u00f6\u00dfte Sauerkrauthersteller der Stadt. Auch die Stadt trieb ihre Baut\u00e4tigkeiten im Barbaraviertel mit gro\u00dfem Elan voran \u2013 sowohl durch ihre Industrie- Ansiedlungspolitik als auch durch den Bau des Schlachthofes 1904\/1905, der sogleich dem ganzen Viertel seinen Namen gab. Die st\u00e4dtische Initiative trug schnell Fr\u00fcchte, denn in den kommenden sieben Jahren lie\u00dfen sich vierzig neue Betriebe am Schlachthof nieder \u2013 darunter gro\u00dfe und bedeutende Werke wie Bleichert, Schraubenfabrik Fissin\u00e9, Lackfabrik Thywissen, Groove und Welter sowie die chemische Fabrik Dr. H\u00f6hn. Die rapide Industrialisierung des Viertels gab nat\u00fcrlich weiter Anst\u00f6\u00dfe f\u00fcr die fortschreitende Wohnbebauung. Als Ergebnis entstand das typische Bild dieses schmalen und langgestreckten Viertels mit seinen erheblichen Baul\u00fccken und zum gr\u00f6\u00dften Teil nur einseitig bebauten Stra\u00dfen, die mit Betrieben durchsetzt sind.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Bedeutung der Industrie in der Nordstadt soll an drei weiteren Beispielen verdeutlicht werden: 1896 nahmen die \u201cNeusser Margarinewerke\u201d an der Further Stra\u00dfe mit sechs Besch\u00e4ftigten ihren Betrieb auf.\u00a0Bis 1918 stieg die Mitarbeiterzahl auf 328, und 1922 war die Rekordh\u00f6he von 565 erreicht! F\u00fcr den Anbau von Wei\u00dfkohl eigneten sich vor allem die n\u00f6rdlich von der damaligen Stadt liegenden, schweren Ackerb\u00f6den. Dadurch ist es zu erkl\u00e4ren, da\u00df es im Neusser Norden schon kurz nach der Jahrhundertwende f\u00fcnf Sauerkrautfabriken gab. Die Firma Sand in Vogelsang hatte 1925 48 Mitarbeiter und war damit der gr\u00f6\u00dfte Sauerkrauthersteller der Stadt. Schon 1875 wurde von Christian Schaurte und Georg Bauer das bekannteste Unternehmen im Neusser Norden gegr\u00fcndet: Bauer &amp; Schaurte. In den drei\u00dfiger Jahren galt die Fabrik als das gr\u00f6\u00dfte Schraubenwerk Deutschlands und hatte \u00fcber 2200 Mitarbeiter. Mit der kommunalen Neugliederung ab 1909 wurde der Grundstein zur Entstehung der heutigen Nordstadt gelegt. In diesem Jahr \u00fcberlie\u00dfen die D\u00fcsseldorfer den Neussern f\u00fcr einen Betrag von 100000 Mark einen rund 56 Hektar gro\u00dfen Teil der Gemeinde Heerdt \u2013 ein strategisch kluger Kauf, denn auf diesem Gel\u00e4nde am Erftkanal befanden sich gro\u00dfe, st\u00e4dtische Grundst\u00fccke der Neusser \u00dcbergabebahnhof und die Ring- und Hafenbahn.<\/p>\n<p>Ebenfalls 1909 wurde B\u00fcderich-Weissenberg, mit seinen 771 Einwohnern, Neuss zugesprochen und die Neusserfurth mit Buschhausen sowie dem Haus Vogelsang (405 Einwohner) wurde der Gemeinde Kaarst 1913 f\u00fcr 50000 Mark abgekauft.<\/p>\n<p>Das neue Stadtgebiet wurde gleich 1910 durch eine 4,7 Kilometer lange Stra\u00dfenbahnstrecke von Schmalbach (Viersener Stra\u00dfe) bis zum Alexianer angebunden \u2013 ein gro\u00dfer Erfolg, denn schon 1911 lie\u00dfen sich 1.379.061 Fahrg\u00e4ste mit dem neuen Verkehrsmittel bef\u00f6rdern. Auch der Neusser Norden wurde von den beiden Kriegen hart getroffen. Schon zu Beginn des Ersten Welt- krieges 1914 wurden die Lebensmittel knapp; Brot gab es nur noch rationiert auf Karte. 1916 mu\u00dfte auf dem Gebiet des st\u00e4dtischen Schlachthofes eine Notk\u00fcche eingerichtet werden, wo t\u00e4glich etwa 5000 Menschen mit einer warmen Mahlzeit versorgt werden konnten. Zum ersten Mal trat ein Wohnungsproblem auf, zu dem sich in den zwanziger Jahren noch das Arbeitslosenproblem hinzugesellte. In diese Zeit fiel die Errichtung der Siedlung Zoppenbroich f\u00fcr Erwerbslose und der Beginn des Baues von Stadtrand- siedlungen \u2013 z.B. die Br\u00fcckerfeldsiedlung mit 32 Wohneinheiten.<\/p>\n<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg sollte sich die Wohnungsnot noch dramatisch verst\u00e4rken: Ein Drittel aller Behausungen waren zerst\u00f6rt; die Fl\u00fcchtlingswelle rollte auf die Nordstadt zu und die Besatzungsmacht beschlagnahmte viele Wohnungen f\u00fcr eigen Zwecke.<\/p>\n<p>Eine grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung trat erst zu Beginn der f\u00fcnfziger Jahre ein. Ein gro\u00dfer Aufschwung war vor allem in der baulichen Entwicklung der Neusser Nord- stadt zu beobachten. Ganze Stadtzellen wurden aus dem Boden gestampft \u2013 so in Vogelsang und Weissenberg. Eine Vielzahl von kommunalen Bauten kam hinzu: ein Frei- und Hallenbad am Nordpark, das Johanna-Etienne-Krankenhaus, eine Bezirkssportanlage und Mehrzweckhalle sowie eine Reihe neuer Schulen. Quetschten sich schon in den Sechzigern Fahrzeugkolonnen durch das Nadel\u00f6hr Bahngleise\/Further Stra\u00dfe, schuf die Stadt nun Stra\u00dfenanbindungen zu Neuss \u00fcber die Stephanstra\u00dfe und die Br\u00fccke an der D\u00fcsseldorfer Stra\u00dfe. Im Zuge der Neugliederung 1975 erhielt die Nordstadt ihre bis jetzt bestehenden Grenzen: Sie wuchs um ein 57 Hektar gro\u00dfes Gebiet an der Autobahn (von B\u00fcderich), von Kaarst kamen die Gebiete Br\u00fccke und Kaarster Heide hinzu.<\/p>\n<p><em>Auszug<\/em><em>\u00a0aus der Brosch\u00fcre: Neuss am Rhein \u2013 Die Stadtteile \u2013 Nordstadt (1999) <\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: Stadt Neuss, Amt f\u00fcr Presse und \u00d6ffentlichkeitsarbeit, Dr. Christoph P\u00fctz, Peter Fischer<\/em><\/p>[\/et_pb_text][\/et_pb_column][\/et_pb_row][\/et_pb_section]\n\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Nordstadt: von der Bauernsiedlung bis zur gr\u00f6\u00dften Schraubenfabrik Deutschlands.&nbsp; Der \u201calte Vater Rhein\u201d: Heute liegt er unver\u00e4nderlich in seinem festgef\u00fcgten Bett. Doch fr\u00fcher hatte er die Angewohnheit, seinen Lauf des \u00f6fteren zu wechseln: Der jetzige Bereich Furth, Weissenberg und Vogelsang lag im Mittelalter in der N\u00e4he des Stromufers. Kleine Fl\u00fcsse und B\u00e4che str\u00f6mten den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_et_pb_use_builder":"on","_et_pb_old_content":"","_et_gb_content_width":"","footnotes":""},"class_list":["post-25013","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/25013","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=25013"}],"version-history":[{"count":18,"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/25013\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25731,"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/25013\/revisions\/25731"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/initiativkreis-nordstadt.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=25013"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}