Chronik

Anfang Januar 1995 entstand die Idee einer Nordstadtinitiative durch die späteren Gründungsmitglieder: Ludger Baten, Konny Cleve, Willi Faller, Dr. Hans-Josef Holtappels, Hermann-Josef Kahlenberg, Josef Liebertz, Hako Maier und Toni Selders. Man kam überein, die größeren ortsansässigen Gruppierungen (St. Sebastianus-Schützenbruderschaft, Stadtverband der Kleingärtner und der Neusser Bauverein) zu einem Gespräch einzuladen. Toni Selders stellte sein Konzept vor, welches von den anderen Vereinigungen begrüßt wurde.

Das Ziel der Initiative sollte sein:

  • Erhaltung einer lebens- und liebenswerten Nordstadt.
  • Stadtplanungsideen von Further Bürgern aufnehmen und in den Planungsausschuss der Stadt Neuss bringen – agieren statt reagieren!
  • Mit dem Ohr am Bürger über Parteiinteressen hinweg Vorstellungen anhören, prüfen und umsetzen.
  • Schaffung eines Zentrums auf der Furth als Anlaufstation für Further Bürger.
  • Einrichtung von Gremien, die sich mit diesen Themen beschäftigen:
    • Nordstadtplanung / Entwicklung
    • Erforschung und Dokumentation – Alles um die “Furth“ gestern und heute
    • Information und Kontakt zu den Further Bürgern durch Schaffung eines “Nordstadtführers”
    • Bindung junger Menschen an die Institutionen der Nordstadt

Am 17. September 1995 wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung unter der Schirmherrschaft von Schützenpräsident und Landrat Hermann-Josef Dusend im Nordparkbad ein zünftiges Gründungsfest gefeiert. Durch das Programm führe Hako Maier, der im Laufe der Veranstaltung u.a. die Jazz-Formation „Milchkännchen“, eine Autogrammstunde mit Friedhelm Funkel und HOBI’s Puppenbühne ansagen konnte. An diesem Tag wurde ein Wettbewerb zur Namensfindung initiiert und es konnten zahlreiche Mitglieder geworben werden.

Die Kreativität der Nordstädter bei der Namensfindung reichte von Bürgerbund Furth über Henger de Bahn bis Nordlichter und man einigte sich auf „Initiativkreis Nordstadt“ mit dem anspruchsvollen Zusatz:

Bürger der Nordstadt – wir wachsen zusammen.

Der Initiativkreis Nordstadt beschloss ebenfalls am 17.09.1995 eine Satzung.

Nach den Vorstandswahlen am 18.09.1995 setzte sich der Vorstand wie folgt zusammen:

Vorsitzender: Josef Liebertz
Stellvertretender Vorsitzender: Toni Selders
Geschäftsführer: Dr. Hans-Josef Holtappels
Schatzmeister: Konny Cleve
Schriftführer: Franz-Michael Rennefeld
Beisitzer: Ludger Baten, Willi Faller, Hermann-Josef Kahlenberg

Der Vorstand wurde satzungsgemäß auf drei Jahre gewählt.

Die Mitglieder wurden nach ihren Wünschen einer aktiven Mitarbeit befragt und danach gründeten sich folgende Arbeitskreise: Brauchtum  •  Geschichte  •  Handwerk/Wirtschaft/Handel  •  Kinder  •  Kunst/Kultur  •  Natur und Umwelt  •  Nikolausmarkt  •  Sport und Freizeit  •  Stadtplanung

Die Arbeitskreise Handwerk/Wirtschaft/Handel, Natur und Umwelt, Sport und Freizeit sowie Stadtplanung mussten im Laufe der Zeit mangels Beteiligung wieder eingestellt werden.

In den Jahren 1996 – 1998 wurde jeweils der Jahrestag der Gründung in Form einer Automobilschau gefeiert. War die Teilnahme in den Jahren 1996 und 1997 sowohl seitens der Aussteller als auch der Bevölkerung überragend, ließ dies im Jahr 1998 nach, so dass diese Veranstaltungsreihe auch auf Wunsch der Aussteller nicht fortgesetzt wurde.

Ab 2000 fand zum Ende der Freibadsaison ein Sommerfest auf dem Gelände des Nordparkfreibades statt. Mit Lifemusik, flotter Moderation und Kinderbelustigung verbrachten die Nordstädter bei kühlen Getränken und leckerem Essen einen Abend in „ihrem“ Freibad. In zwangloser Atmosphäre standen die Gespräche der Alt-, Neu- oder Vielleicht-bald-Nordstädter im Mittelpunkt. Alljährlicher Höhepunkt war der Auftritt der Fantastic Fanfares auf der gegenüberliegenden Seite des illuminierten Beckens. Nach der Schließung des Freibades hat dieses Fest an Anziehungskraft verloren, so dass heute Feste nur zu besonderen Anlässen veranstaltet werden, z.B. Eröffnung des Wolberobrunnens.

Fester Bestandteil und alljährlicher Höhepunkt ist der seit 1996 stattfindende Nikolausmarkt. Außer einem interessanten Warenangebot, das fast ausschließlich von Nordstädtern angeboten wird, hat er mit seinem Streichelzoo ein absolutes Alleinstellungsmerkmal in der Region. Abgerundet wird die viertägige Veranstaltung durch ein ansprechendes Programm mit ausschließlichen Nordstädter Gruppen. Auch der Nikolaus ist an allen Tagen für die Kinder ansprechbar. Der Nikolausmarkt ist ein Kommunikationspunkt für die Further – bei einem Glas Glühwein lasst sich hervorragend plaudern.

Der Arbeitskreis Brauchtum beschäftigt sich mit Mundart- und Brauchtumspflege. Im Rahmen geselliger Zusammenkünfte wird erzählt und an für das Miteinander der Nordstadt wichtige Personen und Orte erinnert und dat – natürlich – op Platt!

Der Arbeitskreis Geschichte beschäftigte sich mit der Erforschung der Straßen-bezeichnungen in der Nordstadt und gab unter dem Titel: „Nüss henger de Bahn“ ein Buch heraus, dass auch in der zweiten Auflage in kürzester Zeit vergriffen war. Dieses Projekt legte den Grundstein für die Erforschung und Dokumentation von Gebäuden, Denkmälern etc., die sonst in Vergessenheit geraten könnten. Inzwischen hat ein Redaktionsteam des AK Geschichte einen zweiten Band herausgebracht, der sich, fußend auf der Veranstaltungsreihe „Wege durch die Nordstadt“ mit Spaziergängen durch die Furth beschäftigt. Nach einer die Geschichte der Nordstadt beschreibenden Einleitung werden sechs Wege beschrieben mit Wege-Plan und -Beschreibung sowie dem, was entlang der Wege geschah und geschieht. „Ein großartiges Werk“, so die Beurteilung vieler Leser.

Der Arbeitskreis Kunst/Kultur legt sein Hauptaugenmerk auf die Unterstützung der zahlreichen in der Nordstadt lebenden und wirkenden Künstler. Die angebotenen Atelierbesuche erfreuen sich großer Beliebtheit. Ein besonderer Höhepunkt für die Künstler und Besucher aber ist der seit 2004 alle zwei Jahre stattfindende Kunsttag. Er zeigt einen Querschnitt des Leistungsspektrums und bietet außer Fachgesprächen mit den Künstlern auch die Möglichkeit des Erwerbes.