Genauer hingesehen – Schule am Nordpark

Die Veranstaltungsreihe „Genauer hingesehen“ des Initiativkreises Nordstadt wurde jetzt durch den Arbeitskreis Geschichte mit einem Besuch der Schule am Nordpark, einer Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung, fortgesetzt.

Gottfried Scheulen vom Arbeitskreis Geschichte erläuterte die Entstehung dieser Schule, die zum 1. August 1976 als Sonderschule für Geistigbehinderte in der Trägerschaft der Stadt Neuss ihren Betrieb aufnahm. Die Geschichte dieser zum 1. Januar 1994 in die Trägerschaft des Rhein-Kreis-Neuss übergegangenen Schule ist eng verbunden mit der Geschichte der Lebenshilfe, die 2018 schon 60 Jahre besteht. Die Lebenshilfe war es, die Ende der 60er Jahre dafür sorgte, dass erstmals die Schulpflicht für Geistig Behinderte in Westdeutschland eingeführt wurde.
Die Schule am Nordpark war seinerzeit deutschlandweit einer der ersten Schulneubauten für diese Schulform, hat damit Pionierarbeit geleistet und war bis weit in die 80er Jahre auch aufgrund der durch den bekannten Neusser Architekten Rudolf Küppers geschaffenen baulichen Konzeption ein Vorzeigeobjekt. Fast wöchentlich wurde die Schule von Vertretern anderer Schulträger und Schulaufsichtsbehörden aus ganz Deutschland besucht. Auch heute noch nach mehr als 40 Jahren hat die Schule Vorbildcharakter, wenn auch die räumliche Enge bei inzwischen rund 160 Schülern beklagt werden muss.
Der Schulleiter, Herr Knaul, erläuterte das besondere pädagogische Konzept der Schule und führte durch das Schulgebäude, dass sich aufgrund der besonderen Anforderungen von den bisher besuchten Schulstandorten erheblich unterscheidet.
In der Diskussion mit den Teilnehmern nahmen einen breiten Raum ein die Vorteile und Nachteile der von vielen Eltern eingeforderten inklusiven Beschulung, die zumindest in Teilbereichen kritisch gesehen wurde.