Wege durch die Nordstadt – Besuch der Gesamtschule Nordstadt

Die Veranstaltungsreihe „Genauer hingesehen“ des Initiativkreises Nordstadt wurde jetzt durch den Arbeitskreis Geschichte mit einem Besuch in der Gesamtschule Nordstadt fortgesetzt und war für alle ein voller Erfolg.

Fast 30 Teilnehmer trafen sich im Altbau an der Leostraße und sofort wurden bei vielen Erinnerungen wach an die Schulzeit in der alten Leoschule, die dort früher untergebracht war. Dieser Schulbau stammt aus dem Jahre 1907 und gehört damit zu den ältesten Neusser Schulen. Nach einer wechselvollen Geschichte mit zuletzt der Unterbringung der Ganztagshauptschule Weißenberg beherbergt er seit 2011 Klassen der neugegründeten Gesamtschule Nordstadt.

Gottfried Scheulen vom Arbeitskreis Geschichte ließ die Historie des Standortes lebendig werden, in dem nach dem Ende des 2. Weltkrieges unfassbare 777 Schüler im Altbau mehrere Jahre beschult wurden. Überregional bekannt wurde der Standort 1981 nach der entsprechenden Erweiterung und dem Einzug der Ganztagshauptschule Weißenberg, für deren Genehmigung die Stadt Neuss mehr als 10 Jahre mit dem Schulministerium und der Bezirksregierung gekämpft hatte. Aufgrund ihrer modellhaften pädagogischen Konzeption und ihres damals wegweisenden Raumprogramms wurde die Schule jahrelang zu einer wahren Pilgerstätte für andere Schulträger und Lehrkräfte anderer Schulen.

Neben dem Standort Leostraße übernimmt die Gesamtschule Nordstadt auch die unmittelbar benachbarten Gebäude Frankenstraße der früheren beiden Realschulen und wird damit zur größten Schule der Nordstadt und im Endausbau auch der Stadt Neuss. Die voraussichtlichen Kosten für notwendige Umbauten und Modernisierungen werden z. Zt. auf mehr als 11 Millionen Euro geschätzt.

Gottfried Scheulen zitierte in diesem Zusammenhang aus der Rede des früheren Schuldezernenten der Stadt Neuss, Herrn Beigeordneten Paul, anlässlich der Einweihung der Realschulen im Jahre 1958 „Angesichts des schnellen Wachstums unserer Stadt ist zu befürchten, dass auch bei äußerster finanzieller Anstrengung dieser Wettlauf zwischen Wachstum und Schulbau noch keineswegs zugunsten des letzteren entschieden werden kann.“ Dieser Satz könnte auch aus dem Jahre 2017 stammen.

Der Schulleiter , Dr. Olaf Templin, erläuterte anschließend das pädagogische Konzept der Schule und hier insbesondere die inklusive Beschulung in allen Klassen, wozu die Schule über mehrere Lehrkräfte für Sonderpädagogik verfügt. Die zukünftige Größe der Schule wurde den Teilnehmern auch dadurch deutlich, dass die Schule im Endausbau mehr als 100 Lehrkräfte haben wird.

Während des abschließenden Rundgangs durch die Gebäude stellte Dr. Templin die vorgesehenen Baumaßnahmen und Veränderungen vor, so dass sich die Teilnehmer ein Bild von der zukünftigen Verschmelzung der drei benachbarten Standorte zu einem Campus machen konnten.